Fiese Viecher

Ein Trostbuch soll es sein, wenn einem da draußen wieder einmal alles über den Kopf zu wachsen droht. Das schreibt der Autor, nach eigenem Bekunden ein „kleiner Gartenversager“, im Vorwort.


Tatsächlich handelt es sich um eine satirische Betrachtung von Tieren und Pflanzen, die auf abenteuerlichen Wegen aus aller Welt in unsere Gärten gefunden und sich dort niedergelassen haben. Wie der Waschbär, das drüsige Springkraut, die spanische Wegschnecke oder die kanadische Goldrute, Eindringlinge allesamt, die hierzulande über keine natürlichen Feinde verfügen. Außer Menschen wie dem Kleingärtner aus Sachsen, der Nutrias erlegt und die Schwänze seinem Enkel in Friesland schickt, wo es für jeden Schwanz 10 € gibt. Als „Länderfinanzausgleich“ sozusagen.

So komisch die einzelnen Geschichten rund um die Neophyten auch sind, das Schlusswort bleibt nachvollziehbar ernst. Der Gärtner, lautet der Appell, sollte sich verstehen als Türsteher des Pflanzenklubs auf seiner Parzelle, mit anderen Worten: der Invasion der Schädlinge mit der Harke begegnen. (UF)

Stefan Schwarz, Fiese Viecher, Aufbau-Verlag 2025, 20 Euro

 

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