Spannendes Rumgegurke

Hüben wie drüben unseres Gartenzauns haben wir Gurken gesät. Verschiedene Sorten, ja, aber viel wichtiger als die Sorte ist wohl der Standort. Und da sind wir schon bei einem unserer Dauergesprächsthemen:

Stefan

Es handelt vom Wintergarten versus Gewächshaus. Sarah ist glückliche Inhaberin eines Wintergartens, schön isoliert, nachts nicht so stark abkühlend, tagsüber gut beschattet. Ich bin stolzer Besitzer eines Gewächshauses, schön hell, einfach verglast, schnell erwärmt, Nachttemperatur allerdings innen wie außen.

Was hieß und heißt das für unsere Gurken? Etwa zeitgleich haben wir sie Mitte April eingesät. Ich hab sie innen auf der Fensterbank vorgezogen, Sarah hat sie gleich im Wintergarten ausgesät. Um es kurz zu machen – ihr ahnt es schon – im Wintergarten mit seinem freundlichen Frühlingsklima gediehen sie prächtig im Kübel und legten ein unglaubliches Wuchstempo vor.

Meine rührten sich nach dem Wechsel ins Gewächshaus lange Wochen gar nicht, die Nächte waren zu kühl und viele Tage waren es auch. Und als drüben bereits die ersten Gurken sichtlich mit sattem Grün Kontur annahmen, entschlossen sich meine Pflänzchen gerade mal zu einem ersten Wachstumsschub. In Zentimetern: drüben ging es auf die 200 zu, hüben auf die 20.

Dann aber kam der Sommer samt Urlaubsplänen und Sarah suchte Pflegeeltern für die größte Gurkenpflanze. Also zog sie in ihrem Topf vom Wintergarten ins Gewächshaus um – und blieb. Mehr Umzug war jetzt wegen ihrer schieren Größe nicht mehr möglich.

Schon beim Einzug ins Gewächshaus scheint sie sich allerdings schon etwas verausgabt zu haben, das Grün der Blätter weicht derzeit einem Gelb, die zahllosen Fruchtansätze kämpfen scheinbar um die Nahrung. Und meine Gurken daneben oder besser darunter? Sind jetzt bei 80 Zentimetern, sattgrün mit schönen Blüten. Die erste Ernte wird aber wohl noch dauern. Mal schauen, ob der Sommer noch reicht. 20 Gurken hat die Samentüte versprochen.


Erstes Gurken-Fazit:

Gurken gurken rum, liefern hoffentlich auch Gurken, auf jeden Fall reichlich Gesprächsstoff. Diesen z.B.: Hat die unterschiedliche Gurkerei mit der Erde zu tun? Nein, wir meinen nicht die Qualität der Erde (Jauche etc. bekommen alle), sondern die zum Start krasse Differenz vom kühleren Erdboden im Gewächshaus zur sehr viel früher wärmenden Erde im Wintergarten-Kübel. Sehr gut möglich, Gurken lieben sicher warme Füße. Oder ob‘s auch an den Sorten liegt? Vielleicht. Sarah säte … von …, ich säte „Lothar“ von Sperli. Beides Minigurken. Aber eben so unterschiedlich wie es nur geht in diesem Sommer unterwegs…

Erntefazit folgt!