König, Karstadt, Pflanzenjäger – Drei Jahrhunderte Späth’sche Baumschulen
Welche Baumschule kann schon von sich behaupten, dass eine Straße nach ihr benannt worden ist und sie in Sachen Firmengründung in einer Liga genannt wird mit der Firma Carl Kühne (Essiggurken), Johann Maria Farina – der ältesten noch bestehenden Parfümfabrik der Welt – oder Villeroy & Boch? Alle wurden Anfang des 18. Jahrhunderts, also vor über 300 Jahren, gegründet und haben bis heute überdauert.

Gehölze für die Welt: Aufstieg und Wirkung der Baumschule Späth
Im Fall der Baumschule Späth grenzt das an ein kleines Wunder. Die Späth’sche Baumschule war zwar einmal die größte Baumschule der Welt; etliche Gehölze entstammen der Zuchtabteilung am Baumschulenweg, darunter viele Wildobstsorten von Aronia bis Zierquitte. Franz Späth reiste selbst um die Welt und brachte exotische Gehölze in das neu angelegte „Arboretum“, eine von ihm gegründete, parkähnliche Sammlung aus über 4.000 Arten.

Zwischen Wannsee und Warenhausdach
Auch gestalterisch haben die Späths bis heute ihre Spuren hinterlassen: ob in herrschaftlichen Villengärten am Wannsee, im Garten von Richard Strauss in Wien oder auf dem Dach von Karstadt in Neukölln – die Abteilung Garten- und Landschaftsplanung gehörte einst zu den ersten Adressen für eine überwiegend betuchte Kundschaft.

Vom Hilfsgärtner zum Hüter des Erbes
Aber Krieg, Enteignung und Jahre der Abwicklung haben immer wieder für Krisen gesorgt. Wenn nicht ein ehemaliger „Hilfsgärtner“ begonnen hätte, die Geschicke der Baumschule in die Hand zu nehmen und ihr die beinahe verlorene Geschichte zurückzugeben. Der Mann heißt Holger Zahn, ist heute Inhaber und Geschäftsführer der Späth’schen Baumschulen - erzählt er in dieser Folge.

P.S. Eine Führung durch die Späth'schen Baumschule oder das „Späth-Buch 1720 bis 2020“, lohnen sind unbedingt.

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