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Der Garten im August: Es summt und brummt im Staudenbeet

Im August entfalten Stauden ihre Pracht. Über einige freuen sich nicht nur der Mensch, sondern auch Hummel, Biene und Schmetterling.
Wenn es im Garten summt und brummt, ist das ein gutes Zeichen. Denn Honigbiene, Wildbiene, Ackerhummel, viele Fluginsekten, aber auch Käfer zählen zu den Nützlingen im Beet. Sie sorgen dafür, dass die Pflanzen bestäubt werden, halten Schädlinge im Zaum oder dienen Vögeln als Futter.
 
Schwebfliegen mögen Doldenblüter wie Margeriten © Gartenradio.fm


Stauden liefern Nektar und Pollen


Vor allem Stauden liefern im Hochsommer wertvollen Nektar und Pollen und sorgen dafür, dass Bienen und Hummeln genügend Futter finden. Der Sonnenhut gehört unter anderem dazu, genauso wie Astern, Indianernesseln, Goldrute, Schafgarbe, Pfennigkraut oder der Blutweiderich. Stauden-Listen im Internet liefern einen guten Überblick, welche von ihnen bei den Pollen- und Nektarsammlern besonders beliebt sind.
 
Alexianer Staudengärnterin Kathrin Thielen und Gärtnermeisterin/Imkerin Dagmar Hauke freuen sich über jede Hummel © Gartenradio.fm


Lieber einfache statt gefüllte Blüten


Aber Vorsicht, auch vermeintlich insektenfreundliche Sorten können sich als „Mogelpackung“ entpuppen. Nämlich dann, wenn man Sorten mit gefüllten Blüten wählt. Die sehen zwar schön aus, liefern den Insekten aber kein Futter. Denn die dafür wichtigen Staubgefäße der Blüten sind in zusätzliche Schmuckblätter umgewandelt.

Aber auch, wenn man die ungefüllte Variante wählt, die fleißig Nektar produziert, kann ein heißer, trockener Sommer dazu führen, dass die Pflanze die Produktion einstellt. Der aufmerksame Gärtner kann diese aber ganz einfach mit ausreichender Bewässerung wieder ankurbeln.
 
Die Japanische Glockenblume ist ein gefundenes Fressen für Hummeln, Honigbienen und Wildbienen © Gartenradio.fm

Die Tageszeit spielt eine Rolle


Wer sich wundert, dass Bienen und Hummeln nur am Morgen, oder am Nachmittag im Garten oder auf dem Balkon umherschwirren, sollte wissen, dass auch Pflanzen nach einer inneren Uhr ticken. Manche geben nur am Morgen oder am Nachtmittag Nektar ab. Andere brauchen eine bestimmte Luftfeuchtigkeit oder Temperatur, damit sie ihren Nektar produzieren. Klee zum Beispiel, beginnt erst ab 20 Grad mit der Nektarabgabe.

Der kühle Morgen oder der frische Abend sind also eher dafür geeignet, barfuß herumzulaufen, wenn man einen Rasen mit viel Klee besitzt.

 Libellen brauchen Ansitz-Pflanzen © Gartenradio.fm
Ein Blühband knüpft Freundschaft übers ganze Jahr


Wer Bienen und Hummeln unterstützen will, sollte darauf achten, dass das ganze Jahr hindurch immer irgendeine insektenfreundliche Pflanze im Garten blüht, und damit für ein sogenanntes Blühband sorgen. Im Winter freuen sich Insekten beispielsweise über Christrosen und Primeln, im Frühling kommen Glockenblumen und Ehrenpreise dazu, im Sommer Sonnenhut und Astern.

Kombinieren lässt sich das Blühband mit Gehölzen, wie Obstbäumen, Weißdorn oder der Linde. Vor allem im Hochsommer, wenn mit der Linde die letzten Bäume verblühen, sind die Sommer-Stauden als „Blühband-Unterstützer“ gefragt.

Bienen und Lavendel - ein gute Mischung © Gartenradio.fm
Schmetterling, Libelle und Schwebfliegen

Nicht nur Bienen und Hummeln, auch Schwebfliegen, Nachtfalter oder Libellen freuen sich über insektenfreundliche Stauden. Wer so exotische Raupen, wie die des Streckfuß beobachten möchte, sollte auch Nachtfaltern Nahrung bieten. Dazu braucht es Stauden, die nachts Pollen und Nektar abgeben, wie beispielsweise Nachtkerze oder Nachtviole.

Schwebfliegen bevorzugen Stauden, die geeignet sind für ihre kurzen Rüssel, so wie die Schafgarbe oder Margerite. Sie sind willkommene Gartenbesucher, weil Schwebfliegen-Larven Blattläuse fressen. Und Libellen freuen sich über Ansitz-Pflanzen am Wasserrand, also Pflanzen von denen aus sie  das Wasser beobachten können und die sich für die Eiablage eignen. Ihre Larven vertilgen unter anderem Mückenlarven.
 
Raupe des Streckfuß-Nachtfalter © Gartenradio.fm
Bienenfreundliche Alexianer

Insektenfreundliche Stauden sind ein wichtiges Thema in der Alexianer Klostergärtnerei in Köln Porz/Ensen. Gleich drei eigene Bienenvölker werden dort gehalten. Dank Dagmar Hauke. Sie ist nicht nur Gärtnermeisterin, sondern auch Imkerin. Gemeinsam mit der Staudengärtnerin Kathrin Thielen hat sie uns mit auf einen Rundgang durch die insektenfreundlichen Stauden genommen.

Der wilde Rainfarn liefert Futter für Bienen und Schmetterlinge © Gartenradio.fm
Welche Staude zu Hummel und Biene passt, welche Rolle der Rüssel spielt und welche Tricks die Insekten haben, um an den Nektar zu gelangen  - hören sie in der Sendung.

 

Buchtipp : Unterhaltsames und Erstaunliches zu Insekten finden sie auch in Wenn der Nagekäfer zweimal klopft