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Permakultur im Schweizer Wallis

Permakultur ist seit einigen Jahren eine Bewegung, die immer mehr Anhänger findet. Wir haben einen Schweizer Gärtner besucht, der seit Jahrzehnten Permakultur lebt.
 Richard Wymann in seinem Garten im Wallis © Gartenradio.fm
Süße Eberesche, Wildpflaumen, Zitronenjohanniskraut, Japanische Weinbeere, Etagenzwiebel oder Kokos-Thymian – fast alles im Garten von Richard Wymann und seiner Lebenspartnerin Marianne Hebeisen im kann man dünsten, kochen, trocknen oder als Tee verwenden. Rund 300 verschiedene Bäume und Sträucher wachsen in ihrem 8000 qm großen Garten, der "Achermatte" an einem Südwesthang in 850 Meter Höhe mit spektakulärer Aussicht auf die Walliser Alpen im oberen Rhonetal.

Achermatte heißt das 8000 qm große Grundstück in 850 Meter Höhe © Gartenradio.fm

Vielfalt auf der "Achermatte"


Man findet so exotische Gewächse wie Nashi, die sogenannte Apfelbirne, die ihren Namen ihrer Apfelform und ihrem Geschmack nach Apfel verdankt. Einige Meter weiter wächst der chinesische Gemüsebaum, auch Maggi-Baum genannt, dessen Blätter man wie Gemüse dünstet.  Pflanzen aus ariden Regionen, wie die jordanische Minze oder die süße Mandel, fühlen sich genauso so wohl, wie einheimische Kräuter, wie der Walliser Ysop oder das aufgeblasene Leinkraut. Denn sie haben eines gemeinsam. Sie können Trockenheit gut aushalten.

Die süße Eberesche enthält keine Bitterstoffe © Gartenradio.fm
Das müssen sie auch. Der Landstrich, in dem Richard Wymanns Garten liegt, gilt als der trockenste der Schweiz. Zwar gibt es Wasser zum Bewässern - Gletscherwasser aus dem Mattmark-Stausee, aber das setzt Wymann nur in Maaßen ein. Das liegt daran, dass er und seine Lebensgefährtin in der Regel nur einmal pro Woche auf ihrer „Achermatte“ sind, denn sie wohnen ca. 20 Autominuten entfernt im Tal. Außerdem versuchen sie, ihre essbare Landschaft so zu bewirtschaften, dass sie sich selbst genügt, nämlich nach den Regeln der Permakultur.

Beschriftete Eschenstecken bringen Klarheit ins Kräuterbeet © Gartenradio.fm

Permakultur ist ein Tanz, bei dem die Natur führt


So hat es der Begründer der Permakultur, Bill Mollison beschrieben. Dahinter steckt die Philosophie, dass eine Landwirtschaft, ein Garten, ja selbst eine Kultur oder ein Wirtschaftssystem nur dann dauerhaft funktionieren kann, wenn der Einklang mit der Natur gegeben ist. Wenn man Zusammenhänge und Systeme der Natur erkennt und in eigene  nachhaltige Systeme umsetzt. 

Bill Mollison hatte schon einiges ausprobiert, bevor er in den Siebzigern mit seiner Idee der Permakultur an die Öffentlichkeit ging. Er hatte als Fischer, Traktorfahrer, Glasbläser und als Biologe gearbeitet, bevor er sich einen Garten kaufte, seine Idee selbst umsetzte und Bücher über Permakultur veröffentlichte. Die Bücher machten seine Idee bekannt und 1981 wurde Mollison dafür sogar mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet.
 Die Japanische Weinbeere -  eine wohlschmeckende Rankpflanze © Gartenradio.fm
Seine Ideen finden immer mehr Nachahmer. Heute gibt es Permakultur-AkademienPermakultur-Projekte, meterweise Literatur über Permakultur und in Kursen kann man die Regeln der Permakultur lernen.
 Die Etagenzwiebel wächst in die Höhe  © Gartenradio.fm

Die Praxis

Auch Richard Wymann ist Mitglied in einer Permakulturgesellschaft. Aber gegärtnert hat er in den letzten 40 Jahren eigentlich schon immer nach den Regeln der Permakultur, schon bevor er den Begriff kannte. Denn als leidenschaftlicher Gärtner, hat er stundenlang die Pflanzen und Tiere in seinem Garten beobachtet. Er hat gesehen, welche Insekten, sich auf welcher Pflanze wohlfühlen oder wie der Wind  durch seinen Garten weht und wie er mit Hilfe von Hecken sein "Gartenklima" verändern kann. Seine Gartengestaltung folgt keinem Plan auf einem Reißbrett, sondern seiner Erfahrung und Beobachtungsgabe.

Der Kräutergarten © Gartenradio.fm
Er probiert aus, wo sich Baum und Strauch wohlfühlen und lässt die Natur mitgestalten. Auf diese Weise hat er sich ein praktisches Wissen angeeignet, das seinesgleichen sucht. Als  Nicht-Akademiker durfte er dieses Wissen sogar 24 Jahre lang an Studenten weitergeben. Er hielt Vorträge,  Kurse und Führungen in Sachen naturnahes Gärtnern ab.

Marianne Hebeisen stellt Tees und Kräutersalze her © Gartenradio.fm
Heute kommen Studenten, aber auch Anhänger der Permakultur zu ihm auf die „Achermatte“, um von ihm zu lernen, wie man im Einklang mit der Natur pflanzt, pflegt, erntet und verarbeitet. Besonders reizvoll dabei ist, dass dieser Garten noch im Entstehen ist.  Erst im Jahr 2010 haben Richard Wymann und Marianne Hebeisen ihn gekauft und sind für dieses Stück Land eigens von Bern nach Visp umgezogen.   

Wie er die Regeln der Permakultur anwendet,  wie er zeitsparend Gemüse anbaut, was er immer noch von der Natur lernen kann und warum eine Hängematte  genauso wichtig für einen Gärtner ist, wie eine Harke - das hören Sie in der Sendung.
 
Die Seilbahnstrecke Stalden-Gspon führt über die "Achermatte" © Gartenradio.fm
Kontakt: Richard Wymann, Rathausstr. 12, 3930 Visp. Schweiz. Richard.wymann@bluewin.ch. Eintritt: Kleine Rundgänge sind kostenlos. Führungen und Kurse kostenpflichtig. Anmeldung erforderlich.