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Der Garten im Juli - Bühne frei für die Rosen

Sie bringen Farbe, Duft und einen Hauch von Glamour ins Beet, an die Hauswand und sogar in den Baum.
Angefangen hat alles mit der „Perle von Weißenstein“. Jedenfalls in unseren Breitengraden. Sie gilt als erste, auf deutschem Boden gezüchtete Rose. Daniel August Schwarz hat sie im Jahr 1773 gekreuzt: ihre Farbe hellrosa, das Laub mittelgrün, die Stacheln klein und zahlreich. Die zeitgenössischen Rosenfreunde waren begeistert von ihrer exotischen Schönheit.

Kartoffelrose © Gartenradio.fm
Seither hat sich in der Rosenzucht einiges getan. Es gibt Wild- und Kulturrosen, Beetrosen, Edelrosen, Strauchrosen, Kletterrosen, Bodendeckerrosen, Ramblerrosen und historische Rosen. Sie heißen Dalli Dalli, Schneewittchen, Peach Blossom oder Heidetraum.

Die Auswahl an Rosen ist unüberschaubar


Wie viele Rosensorten in Parks, Gärten und Rosarien zu bestaunen und in Pflanzencentern und Gärtnereien zu kaufen sind, weiß wohl niemand so ganz genau. Geschätzte 30.000 Sorten sollen im Laufe der Jahrhunderte gezüchtet worden sein. Davon ist allerdings ein großer Teil wieder verschwunden. Auch die „Perle von Weißenstein“ galt irgendwann als verschollen.

 Gärtnermeister und Alexianer-Rosenberater Peter Thielen  © Gartenradio.fm
Doch wer sich heutzutage eine Rose zulegen will, hat immer noch die wunderbare Qual der Wahl. Geschätzte 18.000 Sorten locken rosa, weiß, lachs- oder mehrfarbig, in unterschiedlichen Wuchsformen, einmal oder mehrmals blühend, mit ihren grazilen Blättern und Blüten.

Auch in der Alexianer Klostergärtnerei warten mehrere hundert Sorten pro Saison auf ein neues Zuhause. Da ist es gut, wenn man einen Berater zur Seite hat, den man fragen kann, welche Rose die richtige ist. 
 Stark gefüllte Blüten neigen zum "Nicken" © Gartenradio.fm
So ein Berater ist Peter Thielen. Der Gärtnermeister hat viele Jahre im Botanischen Garten in Düsseldorf gearbeitet und gilt als ausgesprochener Rosenkenner. Wer Glück hat, trifft ihn in der Alexianer Klostergärtnerei in Köln Porz/Ensen, wo er regelmäßig aushilft und geeignete Sorten empfiehlt.

Beet-, Edel und Strauchrosen


Welche Sorte man wählen sollte, hängt in erster Linie davon ab, wo die Rose stehen soll und wieviel Raum sie zum Wachsen hat. Beetrosen sind stark verzweigt und bilden große Blütenbüschel mit vielen Einzelblüten in allen Farben. Sie brauchen nicht viel Platz und bleiben mit einer Wuchshöhe von 40-50 Zentimetern überschaubar klein.
 Stachelige Hagebutten der Wildrose "Angela" © Gartenradio.fm
Edelrosen sind zwar weniger stark verzweigt als Beetrosen, dafür sind ihre Blüten größer. Sie brauchen etwas mehr Platz und können zwischen 70 und 100 Zentimeter hoch werden. Bei den Strauchrosen unterscheidet man öfter blühende und einmal blühende Sorten. Die öfter blühenden zeichnen sich durch starke Wuchskraft aus. Sie können bis zu 4 Meter hoch werden.

Bei den einmal blühenden Strauchrosen handelt es sind meistens um Wildrosen. Die können ebenfalls bis zu 4 Metern hoch werden und sind nicht nur ein idealer Nistplatz für Vögel, sondern auch ein gefundenes Fressen für sie, denn Vögel lieben die Hagebutten der Wildrosen.

Wer keine "selbstputzenden" Rosen hat, sollte täglich Verblühtes abschneiden © Gartenradio.fm
Zu den Strauchrosen gehören auch die englischen Rosen, die wir Züchtern wie David Austin verdanken. Dabei handelt es sich um Kreuzungen von „Alten Rosen“ mit modernen Teehybriden und Floribundarosen. Sie zeichnen sich meist durch einen starken Duft aus. Es gibt sie in allen Größen und Farbvarianten von einfach, halbgefüllt, bis stark gefüllt. Nach einer Hauptblüte im Juni blühen sie meist bis zum Herbst. Ein Nachteil bei den stark gefüllten Blüten ist das „Nicken“ der Blüten. So bezeichnet man es, wenn die gefüllten Blüten zu schwer werden und nach unten hängen. Die Größe der englischen Rose kann mit einer Höhe von 70 Zentimetern bis 3 Meter stark variieren.

Kletterrosen verschönern jede Hauswand © Gartenradio.fm


Kletter- und Ramblerrosen


Kletterrosen ähneln in vielen Eigenschaften den Strauchrosen. Allerdings sind ihre Triebe stark wachsend und biegsam und werden bis zu 4 Meter hoch. Allerdings brauchen sie eine Rankhilfe. 

Noch eifrigere Kletterer sind die Ramblerrosen. Dabei handelt es sich um sehr stark wachsende Kletterrosen, die bis zu 10 Meter hoch wachsen. Die Ramblerrosen sind selbstkletternd. Sie können ohne Hilfe hohe Sträucher oder Bäume hinaufklettern und sogar Gebäude überwuchern. Wer einen Baum im Garten hat, der schon schwächelt, oder sogar abgestorben ist, kann ihn von einer Ramblerrose überwachsen lassen und sich so über neues, farbiges Leben im Baum freuen. Schaden tut die Ramblerrose ihren „Trägergehölzen“ nicht.

Insekten mögen Wildrosen © Gartenradio.fm


Nostalgische versus historische Rosen


Wenn von „nostalgisch“ die Rede ist, ist die Blütenform gemeint. Die Nostalgische Rose kommt historischen Rosen sehr nahe. Sie hat stark gefüllte Blüten, ist aber in der Regel resistenter als ihr historisches Vorbild. Historisch werden Rosen genannt, die zwischen 1790 und 1890 gezüchtet wurden. Sie sind stark duftend, gefüllt und blühen häufig die ganze Saison durch. Zu den historischen Sorten gehört auch die „Rose de Resht“, die so robust ist, dass sie auch als Anfängerrose bezeichnet wird und sich ausgezeichnet als Kübelpflanze für Balkon und Terrasse eignet.

Das "ADR" Gütesiegel garantiert Qualität © Gartenradio.fm
Und wer seinen Garten mit der allerersten Rose, die auf deutschem Boden gezüchtet wurde, verschönern möchte, mit der historischen „Perle  von Weißenstein“, der kann das auch wieder tun. In den USA soll sie wiederentdeckt worden sein. Sogar auf ebay wird sie angeboten. Das hätte sich Daniel August Schwarz im Jahr 1773 wohl nicht träumen lassen.

Falsche Freunde: Rose und Lavendel © Gartenradio.fm
Was man neben Größe und Blühform noch beachten sollte, wenn man sich eine Rose zulegen möchte - wie der Boden beschaffen sein sollte, wie man sie schneiden soll und warum Rose und Lavendel „falsche Freunde“ sind – das hören Sie in der Sendung.