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Der Garten im Mai: Augen auf beim Pflanzenkauf

Männertreu vom Discounter, Geranie im März – warum der Pflanzenkauf am falschen Ort, zur falschen Zeit nicht nur unserem Porte­mon­naie, sondern auch der Umwelt schadet.

Es ist Mai, und da gibt es bei Gärtnern und Balkonbesitzern kein Halten mehr. Jetzt ist das Angebot, vor allem an Beet- und Balkonpflanzen in Gärtnereien und Gartencentern, am größten. Und wer in einer klimatisch gemäßigten Region lebt, kann in diesem Jahr sogar schon vor den Eisheiligen zugreifen, meint Marco Büttgenbach, Gärtnermeister und Chef der Alexianer Klostergärtnerei in Köln Porz. 

Wer zu früh kauft, muss unter Umständen zweimal ins Porte­mon­naie greifen © GartenRadio.fm
Der frühe Käufer fängt den Frost

Schon ab März stehen - meistens vor Supermärkten - die ersten Geranien. Wer sie kauft, riskiert den doppelten Griff ins Porte­mon­naie, weil Beet- und Balkonpflanzen keinen Frost aushalten. Auch wenig Licht, Nässe und Wind schaden den Pflanzen. 

Je früher im Jahr die Produktion beginnt, desto mehr Energie ist notwendig © GartenRadio.fm
Außerdem verschlingt die Produktion einer im März gekauften Geranie im Treibhaus ein Mehrfaches an Energie. Die Stecklinge brauchen elf Wochen um verkaufsreif zu werden, denn sie benötigen viel mehr Licht und Wärme. Eine Geranie, die im Mai gekauft wird, reift in nur vier Wochen im Treibhaus. 

Beet- und Balkonpflanzen sollte man also je nach Wetter erst ab Anfang/Mitte Mai kaufen. Bei Stauden kann man schon ab März zugreifen. Und wer vorausschauend plant, sollte sich ein Plätzchen im Garten für die Pflanzen freihalten, die erst ab Juni in den Handel kommen. Das sind Pflanzen, die in der Regel im Freiland produziert werden. Sie bringen nicht nur Vielfalt ins Beet, sie kommen ganz ohne künstliches Licht und Wärme aus, und sind damit noch umweltfreundlicher.

Jetzt ist die Auswahl an Beet- und Balkonpflanzen am größten © GartenRadio.fm
Gärtnerei, Gartencenter, Baumarkt oder Discounter - wo kaufe ich ein?

Den richtigen Ort für den Pflanzenkauf zu finden, ist ganz einfach, meint Gärtnermeister Büttgenbach. Man muss nur die Bedürfnisse der Pflanzen beachten. Sie brauchen Licht, Luft  und Wasser zum Gedeihen. Wer sieht, dass sie entweder das eine, oder das andere nicht bekommen, sollte die Finger von ihnen lassen, denn schon wenige Tage unter ungünstigen Bedingungen können den Pflanzen ernsthaft schaden. 
 Pflanzen brauchen Wasser und Licht. Ein Karton ist kein Lebensraum für eine Pflanze © GartenRadio.fm
Bei Discountern ist das Risiko am größten, meint der Fachmann. Sein Rat lautet: nur dann zugreifen, wenn die Pflanzen ganz frisch geliefert werden. Gute Gartencenter, Baumärkte und Gärtnereien erkennt man an hellen Standorten für die Pflanzen und an geschultem Personal. Kein Gärtner will, dass es seinen Pflanzen schlecht geht.

Darf's ein bisschen mehr sein?

Wer jetzt in Prospekten blättert, stößt auf Abbildungen von Muster-Balkonkästen, die mehr als üppig bepflanzt sind. In einem 75 Zentimeter breiten Kasten sind schon mal zwölf Pflanzen untergebracht. Das sieht im ersten Moment gut aus, ist aber fast ein Fall für Amnesty International, lacht Marco Büttgenbach. Eine Pflanze braucht mindestes 20 Zentimeter Platz im Kasten. Vier Pflanzen in einer Reihe reichen in einem 75 Zentimeter Kasten. Wer sie versetzt pflanzt, zum Beispiel drei hängende und drei stehende Sorten, bringt auch fünf Pflanzen unter. 
 20 Zentimeter Pflanzabstand, sollte man einer Pflanze im Kasten zugestehen © GartenRadio.fm
Töpfchen mit Köpfchen

Haben Sie sich schon mal gefragt, was mit den vielen Töpfen passiert, in denen die Pflanzen verkauft werden? Millionen von Töpfen kommen jedes Jahr zusammen. Bestenfalls kommen Sie in die gelbe Tonne und werden wiederverwertet. Mittlerweile gibt es einen ersten Vorstoss, diese Töpfe nachhaltig zu produzieren, das heisst aus wiederverwertetem Material. Aber das sind erst zaghafte Schritte. 

In der Alexianer Klostergärtner kann man die Töpfe zurückbringen. Sie werden mehrfach benutzt. Vielleicht eine Idee, auch dem eigenen Gartencenter oder dem Baumarkt Töpfe zurückzubringen, um ein Umdenken in Sachen Verpackung anzuregen! 

Links ein nachhaltig produzierter Topf aus Perligran,rechts die mehrfach einsetzbaren Töpfe der "Alexianer" © GartenRadio.fm
Was man beim Onlinekauf von Pflanzen beachten sollte, warum vermeintlich winterharte Stauden den nächsten Frühling nicht erleben und warum der Eindruck, dass die Geranien im letzten Jahr doch viel schöner waren, manchmal stimmt - hören Sie in der Sendung.