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Im Atelier der Blumenmalerin

Die Pfingstrosenbilder von Carolin Weihrauch sind eine Hommage an die Schönheit der Natur und wurden schon durch königliche Aufmerksamkeit geadelt.

In diesen Tagen ist es wieder so weit. In London haben Mitglieder des Königshauses die Chelsea Flower Show eröffnet. Eine Blumenschau der Superlative. Neue Pflanzenzüchtungen, komplette Gartenlandschaften, florale Haute Couture und Kunst lassen Gartenliebhaber jedes Jahr, fünf Tage lang im Mai, staunen und genießen. Wer es als Aussteller oder Künstler dorthin schafft, kann das als Ritterschlag der britischen Gartenkultur werten.

Das Atelier von Carolin Weihrauch © GartenRadio.fm
Carolin Weihrauch ist bislang die einzige deutsche Malerin, die ihre Bilder auf der Chelsea Flower Show (2013) zeigen durfte. Und die Show gibt es – mit Unterbrechungen -  immerhin schon seit 1827.

Ihre Modelle - ganz unten die Lieblingspfingstrose Sarah Bernardt © GartenRadio.fm
Vor allem ihren gigantischen Pfingstrosenbildern, mit denen sie die verschwenderische Schönheit der Natur bejubelt, verdankt die Malerin ihren Erfolg.
 
Carolin Weihrauch vor ihrem Bild "Summer Soft"© GartenRadio.fm

Erst sachlich, dann sinnlich

Dabei hat es die Blumenmalerei an sich nicht leicht, vielleicht gerade, weil sie eine sehr sinnliche Form der Malerei ist. Im 15. Jahrhundert hatte sie zunächst ganz sachlich begonnen. Man malte Blumen, um Kräuter und Apothekenbücher mit botanischen Abbildungen zu illustrieren und dokumentierte, wie Blätter, Blüten, und Staubgefäße aussehen und welche Funktion sie haben. 

Kreatives Chaos mit System © GartenRadio.fm
Die Niederländer waren im 16. Jahrhundert die ersten, die Blumen malten, weil sie schön sind. Außerdem eigneten sich Blumengemälde, die Salons reicher Kaufleute aufzuwerten. Denn auch die Blumen selbst waren wertvoll. Niederländische Reisende hatten exotische Schönheiten aus aller Welt mitgebracht, für die zum Teil Unsummen bezahlt wurden. Die Tulpenzwiebel, für die man ein ganzes Grachtenhaus kaufen konnte, ist legendär.

Seitdem hat sich viel getan in der Blumenmalerei. Die Seerosen von Claude Monet oder die Sonnenblumen von Vincent van Gogh sind weltberühmt. Die Bandbreite reicht von detailgetreuen Blumensträußen in der Vase, bis hin zu den buntflächigen Siebdrucken von Andy Warhol.

Das Atelierhaus auf der Charlottenburger Schleuseninsel war einmal eine Schuhcreme-Fabrik  © GartenRadio.fm
Kitsch oder Kunst

Ob die Blumenbilder als Kunst anerkannt werden, hängt allerdings oft mehr vom Geschlecht des Künstlers bzw. der Künstlerin, als von dessen Können ab, bedauert Carolin Weihrauch. „Wenn Männer Blumen malen, zeigen sie Seele. Bei Frauen nennt man es Sentimentalität.“ Diese Reaktionen hat sie oft erfahren.

Trotzdem hat sie sich nicht davon abhalten lassen, auch Blumen in ihr Repertoire aufzunehmen -  Pfingstrosen, Ranunkeln, Rittersporn. Keine Selbstverständlichkeit, denn als sie in den achtziger Jahren in Berlin Kunst studierte, war das die Zeit der Proteste, der Graffitis, der Kunst mit politischer Botschaft.

Schon in der 1. Klasse fällt auf, Carolin kann malen © GartenRadio.fm
Die Botschaft von Carolin Weihrauchs Blumenbildern ist universeller. Es geht um Schönheit, die möglich ist - äußere und innere Schönheit. Und diese Botschaft wird mittlerweile verstanden. Der Zeitgeist ist nachgereift – so lautet ihre eigene Erklärung für ihren Erfolg. Obwohl ihre Bilder ein paar Tausend Euro kosten können, finden sich immer mehr Liebhaber, die mit einem ihrer Werke zusammenleben wollen.

Und so trifft man sie jetzt, in der Blütezeit der Pfingstrosen, in ihrem Atelier an, wo sie die schönsten "Modelle" auf die Leinwand bringt. Im nächsten Jahr will sie sie wieder bei der Chelsea Flower Show in London zeigen. Jetzt sind ihre Bilder noch bis zum 28. Juni in der Ausstellung "Sylt macht glücklich" in Kampen auf Sylt zu sehen.  

Auch Rosen gehören zum Repertoire © GartenRadio.fm
Weshalb ihre Blumen sich gerne von ihr malen lassen, warum sie Farben hören kann und was sie auf der Chelsea Flower Show erlebt hat – hören Sie in der Sendung.


Kontakt:

Carolin Weihrauch
Atelier: Nonnendamm 17
13627 Berlin-Charlottenburg
info@carolin-weihrauch.de