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Der Garten im März: Die richtige Erde für Kasten und Kübel

Es gibt Bio-Erde, Billig-Erde, Erde mit Langzeitdünger, braune, krümelige und torffreie Erde. Was ist drin in den verschiedenen Erden und welche Erde nimmt man für welchen Zweck?

Jetzt im März werden so langsam die ersten Kästen und Kübel bepflanzt. Die alte Erde wird ersetzt durch neue. Aber durch welche?  Die Auswahl ist groß. Reicht die Billig-Erde vom Discounter oder muss es die teuerste Bio-Erde sein?

Die Auswahl an Erden ist groß © GartenRadio.fm
Wir haben uns in der Alexianer Klostergärtnerei diesmal durch verschiedene Erden gewühlt und sind den Fragen nachgegangen, aus welchen Bestandteilen eine gekaufte Erde besteht, ob man die Erde für Kästen und Kübel auch selbst mischen könnte und auf was man beim Kauf achten sollte.

Dabei hatten wir Unterstützung von einem Erden-Profi. Jörg Schmellenkamp ist nicht nur gelernter Gärtner und studierter Gartenbauingenieur, er arbeitet für einen der etwa zehn Erdenhersteller in Deutschland. Einheitserde heißt die Firma, doch der Begriff ist irreführend, denn sowohl für Profigärtner, als auch für Hobbygärtner werden hunderte unterschiedliche Erden gemischt.

Der Ton macht die Musik

Ein wichtiger Bestandteil der Erden für Kasten und Kübel ist der Ton. Er ist der gutmütige "Ausgleicher", sagt Jörg Schmellenkamp. Er wirkt regulierend, wenn zu viel gedüngt oder zu wenig gegossen wurde. Wichtige Bestandteile sind außerdem Rindenhumus, Holzfasern und Torfe. Je nach Mischungsverhältnis eignen sie sich für unterschiedliche Pflanzen und Anwendungen.

Zwiebelpflanzen kommen mit einfacher Blumenerde aus © GartenRadio.fm
Blumenerde ist ein Generalist

Blumenerde ist – jedenfalls bei den Alexianern - die preiswerteste Erde für Balkon und Kübel und ist am wenigsten gedüngt. Sie eignet sich für Zwiebelpflanzen, die ihre Kraft aus der Zwiebel und nicht aus der Erde nehmen, oder auch für Kräuter, die weniger Dünger mögen.

Balkonerde ist mit gelben Dünger-Perlen versetzt © GartenRadio.fm
Balkonerde für anspruchsvolle Blüher

Balkonerde ist die richtige Erde für die Balkonpflanzen, die den ganzen Sommer durchblühen sollen und monatelang mit ausreichend Nährstoffen versorgt werden müssen. Sie ist mit Langzeitdünger-Perlen versetzt, die ihre Nährstoffe nach und nach durch Osmose abgeben. In den mit Harz ummantelten Perlen befindet sich Phosphor, Kali und Stickstoff. Alles, was die Pflanze zum Wachsen braucht.

Der Dünger in der Balkonerde reicht in der Regel für eine Blühperiode von vier Monaten. Ein Anzeichen dafür, dass nachgedüngt werden muss, sind gelb verfärbte Blätter.

In Kübelpflanzenerde fühlt sich die Pflanze ein paar Jahre wohl © GartenRadio.fm
Kübelpflanzenerde für standhafte Dauerbewohner

Wer Pflanzen, wie Olivenbäumchen oder Rosen ein paar Jahre in derselben Erde halten will, sollte zu Kübelpflanzenerde greifen. Sie enthält viele mineralische Anteile wie Blähschiefer oder Lava. Diese stabilitätsbildenden Rohstoffe verhindern, dass die Erde zu schnell absackt und verdichtet und dadurch an Luftdurchlässigkeit verliert. Außerdem machen sie die Kübelpflanzenerde schwerer und verhelfen der Pflanze auch bei starkem Wind zu mehr Standfestigkeit.

Wer seine Kübelpflanzen mehrere Jahre in derselben Erde lässt, sollte allerdings bei jeder beginnenden Gartensaison, das Düngen nicht vergessen.
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Bioerde ohne Torf braucht erfahrende Gärtner © GartenRadio.fm
Bio-Erde ohne Torf

Es ist unbestritten, dass Torf ein Naturprodukt ist, das am besten da aufgehoben ist, wo es herkommt, in den Mooren. Deshalb werden heute viele Blumen- und Balkonerden auch zumindest torfreduziert angeboten. Wer aber glaubt, dass jede Bio-Erde automatisch torffrei ist, irrt. Wer sicher gehen will, sollte genau die Zusammensetzung der Erde studieren. 

Die Bio-Erde, die man bei den Alexianern kaufen kann, enthält keinen Torf. Sie besteht im wesentlichen aus Holzfasern, Rindenhumus und Kompost. Allerdings, meint Jörg Schmellenkamp, ist Bio-Erde nichts für Anfänger. Der Gärtner muss mehr beachten, wenn er torffrei gärtnert. Das Gießen braucht mehr Aufmerksamkeit, weil das Wasserverhalten der Erde anders ist. Auch die Düngung braucht Fingerspitzengefühl und außerdem sollte der Erde regelmäßig guter Kompost beigemischt werden

Jörg Schmellenkamp mit der "Generalistin", der Blumenerde © GartenRadio.fm
Der Profi-Tipp: Desto weniger Erfahrung man gärtnerisch hat, desto besser sollte die Erde sein, die man nimmt. Und die beste Erde, gepaart mit guter Beratung bekommt man beim Fachhandel.

Ob gute Erde immer dunkel sein muss, ob man sie selber mischen sollte und was jetzt im Garten zu tun ist – hören Sie in der Sendung.