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Wie gesund ist Gartenarbeit?

Hecke schneiden, Rasen mähen, umgraben - ein Garten hält in Bewegung. Aber ist Gartenarbeit genauso gesund wie der Gang ins Fitness-Studio? Antworten von "Sport-Papst" Professor Ingo Froboese.
Frische Luft und viel Bewegung – Gartenarbeit tut gut! Das belegen zahlreiche wissenschaftliche Studien. Sogar dann, wenn man auf kleinstem Raum gärtnert, also auf dem Balkon, der Terrasse oder der Fensterbank. 
 Gießkannen beim Tragen hochheben - das stärkt Bizeps und Trizeps © Gartenradio.fm
Gartenarbeit versus Fitness-Studio

Dabei mahnen die Trainer im Fitness-Studio, dass sinnvolles Training einen individuellen Plan braucht. Es sollten die passenden Übungen absolviert werden und zwar in der richtigen Reihenfolge, der korrekten Haltung, in ausreichender Anzahl und vor allem in regelmäßigen Abständen.

Prof. Ingo Froboese und Stefan Quilitz © Gartenradio.fm


Das alles geht im Garten nicht. Man erledigt naturgemäß nur die Gartenarbeiten, die gerade anfallen. Die Hecke wird zweimal im Jahr geschnitten. Gießen muss man nur, wenn es nicht geregnet hat und das Umgraben hat oft nur im Frühjahr Saison. Man bewegt sich also nur soviel, wie Gartenarbeiten es erfordern und zwar in der Haltung, die man sich angewöhnt hat.

Das macht auch nichts, meint Bewegungs-Papst Prof. Ingo Froboese. Seit Jahrzehnten wirbt der Leiter des Zentrums für Gesundheit durch Sport und Bewegung an Sporthochschule in Köln für mehr Bewegung im Alltag. 

Mit den Beinen nachhelfen, wenn es für die Arme zu schwer ist © Gartenradio.fm

Er gibt Tipps zum Treppenworkout, bietet einen Fitness-Selbst-Test im Internet an und hat sogar ein Fitness-Kochbuch mitgeschrieben, bei dem der Speck nicht nur verschwinden soll, sondern sogar gegessen werden darf. Denn – so seine Devise - alles, was man tut, muss mit Genuss verbunden sein, sonst tut man es nicht.

 

Beim Knien immer das Bein wechseln © Gartenradio.fm


Gartenarbeit kann Wunder wirken

Das gilt auch für die Gartenarbeit. Und damit ist nicht nur die Freude an Düften, Früchten und Farben gemeint. Erfreulicherweise kann die körperliche Anstrengung ein Genuss für den Körper sein. Stresshormone werden abgebaut und durch Glückshormone ersetzt. Rheumapatienten berichten davon, bei der Gartenarbeit weniger Schmerzen zu spüren. Sogar nach Schlaganfällen, Herzinfarkten oder bei chronischen Krankheiten, wie Parkinson und Alzheimer, beobachten Wissenschaftler positive Effekte auf Körper und Seele. Dabei muss man noch nicht einmal zur Hacke oder Schere greifen. Schon beim Umhergehen im Garten erhöht sich die Sauerstoffversorgung im Gehirn um 20 Prozent.  

Heckenschneiden - gut für die Schulter © Gartenradio.fm


Vorsicht vor einseitigen Bewegungen


Auf der anderen Seite kann Gartenarbeit auch weh tun. Da schmerzt der Rücken nach dem Hecke schneiden. Die Knie zwicken, wenn man ausdauernd im Beet hockt und wer den Rasenmäher stundenlang durch hohes Gras schiebt, dem schlägt das Herz bis zum Hals. Einseitige Bewegungen können sogar Belastungsschäden mit sich bringen.   
 
Fugen reinigen - am besten beidhändig und in Schrittstellung © Gartenradio.fm


Power durch Pause


Das gilt auch für die Gartenarbeit. Angst vor falscher Bewegung braucht niemand zu haben, meint der Experte. Alles, was der Körper kann, darf man ihm auch zumuten. Man muss nur auf seine Signale hören. Wer müde wird, sollte eine Pause machen. Wer also zu lange Fugen gekratzt, oder sich über Staudenbeete gebeugt und gehakt hat, braucht sich einfach nur aufrichten und kurz ausruhen. Die Muskeln werden in dieser kleinen Pause mit Sauerstoff versorgt und gestärkt.

Froboese: "Unsere Biologe braucht Belastung und keine elektrischen Rasenmäher." © Gartenradio.fm
Welche Gartenarbeiten Körper und Geist gut tun, wie man Überlastungsschäden vermeidet, welche unserer 654 Muskeln bei der Gartenarbeit trainiert werden können und warum auch ältere Menschen nur 15 Jahre alte Muskelzellen haben und sich im Garten anstrengen dürfen – hören Sie in der Sendung.