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Mehr Platz für den Spatz

Eine Liebeserklärung an den Spatz.
 Kein anderer Vogel hat sich derart häuslich in der deutschen Sprache niedergelassen wie der Spatz – da ist jemand „frech wie ein Spatz“, verhält sich wie ein „Dreckspatz“,  „isst wie ein Spatz“, hat ein „Spatzenhirn“, oder „schießt mit Kanonen auf Spatzen“. Woran man sieht: der Spatz ist immer und überall. Es handelt sich um äußerst gesellige und soziale Vögel, die auch das Gärtnerherz erfreuen sollten. Zwar ernähren sich die erwachsenen Spatzen überwiegend vegetarisch, z.B. von frisch ausgebrachtem Saatgut, aber ihre Brut füttern sie mit Blattläusen, Raupen, Käfern und Wanzen. Da sie in der Regel dreimal im Jahr brüten, sind Spatzen also ideale biologische Schädlingsbekämpfer. Aber es werden immer weniger – allein in NRW ist ihre Zahl zwischen 1980 und 2009 um mehr als 80 % gesunken. Schuld daran ist neben dem Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft auch der weitgehende Verlust von Nistplätzen. Deshalb gibt der Biologe und Vogelkundler Uwe Westphal jede Menge Tipps, wie man die Spatzen vor dem Aussterben bewahren kann – durch die Begrünung von Hausfassaden, den Bau von Nistkästen und den Anbau einheimischer Pflanzen, wie Königskerzen, Schwertlilien oder Rosenmalven.

Ein lehrreiches Buch, mit dessen Hilfe man sogar ihre Sprache verstehen lernen kann. „Gä“ und „wäd“ heißt demnach so viel wie: „Ich bin sauer!“, „dji dji“ dagegen: „Komm, lass uns paaren“. (UF)

Uwe Westphal, Mehr Platz für den Spatz. Spatzen erleben, verstehen, schützen. Mit Illustrationen von Christopher Schütz. Pala Verlag 2016, 19,90 €