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Neuerscheinungen und Klassiker der Gartenliteratur

Jedes Jahr erscheinen zwischen 150 und 200 neue Gartenbücher - Ratgeber, Bildbände, Erzählungen. Welche Neuerscheinungen und Klassiker gehören ins Regal?
Ein Cappuccino, eine Tasse Tee oder ein Glas Wein und dann ein Gartenbuch zum Blättern – auch so können idyllische „Gartenmomente“ aussehen. Der eine zieht dafür den abgegriffenen und liebevoll zerlesenen Klassiker aus dem Regal, die andere schnuppert freudig an den druckfrischen Seiten des neu erschienenen Bildbands.

Neuerscheinungen 2016 © GartenRadio.fm
Gartenbücher haben Konjunktur. Selbst Menschen ohne Garten nehmen gerne eines zur Hand und tauchen ganz mühelos, ohne Schaufel und Hacke, in die Welt der Gärten und Gärtner, denn schon die Abbildungen von üppigen Parks und kleinen Oasen, von prächtigen Blüten und prallen Kohlköpfen, scheinen glücklich zu machen.

Karl der Große schrieb das erste Gartenbuch der Geschichte "Capitulare de villis"

Um "Glücklich sein" ging es Karl dem Großen weniger, als er im 9. Jahrhundert das erste Gartenbuch herausbrachte. Zwar hatten schon vorher Mönche Abhandlungen über Nutzpflanzen geschrieben, aber ein Buch mit konkreten Pflanz- und Gartenbauregeln war neu. Und es war mehr als nur eine Empfehlung. Die Untertanen hatten sich daran zu halten. Der Hintergrund war ein ganz praktischer: Karl der Große war viel unterwegs, führte Kriege und musste sein Gefolge ernähren. Er musste sich darauf verlassen können, überall in seinem Reich frischen Proviant vorzufinden.

1200 Jahre später liegt es ganz beim Leser, ob er den Empfehlungen der Gartenbuchautoren folgt. Allen zu folgen, wäre auch nicht möglich. Nicht nur, dass es durchaus unterschiedliche, sich sogar widersprechende Empfehlungen gibt, auch die Auswahl an Gartenbüchern ist heute fast unüberschaubar. Jedes Jahr erscheinen zwischen 150 und 200 neue Titel. Bildbände, Ratgeber, Romane und Erzählungen. Und immer wieder kommen neue Spezialgebiete dazu. Derzeit schießen Ratgeber über "Urban Gardening" und "Selbstversorger" so üppig aus dem Boden, wie die Zucchini, deren Anbau sie beschreiben. Und daneben liegen auf den Büchertischen gleich die Kochbücher, die dazu anleiten, wie man aus der selbstgezogenen Kartoffel den selbstgestampften Brei macht.


Ob Garten oder Balkon - ein lauschiges Plätzchen zum Lesen findet sich überall © GartenRadio.fm
Aber auch Klassiker-Themen werden immer wieder neu beackert. Gartengestaltung oder Pflanztipps haben, genauso wie berühmte Parks, immer Konjunktur. Sissinghurst – der weiße Garten von Vita Sackville-West, ist nur ein Beispiel dafür, dass die Gartenliteratur so lebendig sein kann, wie ein Garten selbst. Nur ist bei all den Neuerscheinungen manchmal schwer zu erkennen, ob das Buch wirklich Neues bietet, oder ein bekannter Inhalt mit neuem Cover recycelt wurde.   

Andererseits wachsen junge Leser nach, die bekannte Inhalte mit neuer, moderner Ansprache schätzen, und letztendlich ist die Wahl des Gartenbuches eine höchst persönliche Angelegenheit. Kommt immer darauf an, was man sucht.
 
Auch alte Gartenzeitungen sammelt und verkauft Maria Mail-Brandt © GartenRadio.fm

Eine Entscheidungshilfe liefern Auszeichnungen. Der deutsche Gartenbuchpreis wird jedes Jahr von einer Expertenjury in mehreren Kategorien vergeben. Daran kann man sich orientieren, oder man kann jemanden fragen, der viele Gartenbücher liest. Maria Mail-Brandt zum Beispiel.

 

Ein Leben mit 5000 Gartenbüchern

 

Seit 30 Jahren liest sie Gartenbücher und schreibt darüber. Wenn man im Internet Gartenliteratur eingibt, landet man schnell auf ihrer Seite. Und da findet man dann reichlich Gartenbücher, alle sorgsam geordnet nach Themen: Bestimmungsbücher, Gehölze im Garten, Bücher über Primeln oder Liebespflanzen. Für ihre akribische Arbeit wurde sie schon mit dem Preis „Bestes Garten-Onlineportal" ausgezeichnet.

Mit ihrem Mann und 5000 Gartenbüchern lebt Maria Mail-Brandt in einem kleinen, ehemaligen Bergarbeiterhäuschen im Ruhrgebiet. Dabei war die Leidenschaft für Gartenbücher reiner Zufall. Weil die damalige Buchhändlerin ihren Beruf aufgab und gleichzeitig ein Haus mit Garten mietete, nahm sie die Gartenbücher aus dem Laden einfach mit und guckte sehr bald hinein, denn von Gartenarbeit hatte sie nicht die leiseste Ahnung.

 
Maria Mail-Brandt © GartenRadio.fm
Maria Mail-Brandt scheint aus den Büchern viel gelernt zu haben, denn ihr verwunschener, romantischer Garten ist ein Oasen-Labyrinth. Sie hat es geschafft, aus einer schmalen, langgestreckten Parzelle einen Gartentraum mit unterschiedlichen Räumen zu gestalten. Buchsbaumhecken, Rosenbögen und Sträucher schaffen immer wieder neue Ausblicke und geschützte Nischen für kleine Tische und Stühle. Ideal zum Lesen!

Für uns hat sie eine kleine Auswahl ihrer Lieblingsklassiker und bislang erschienenen Neuerscheinungen diesen Jahres getroffen. Ihre Tipps haben wir unten aufgelistet. Warum sie diese Bücher empfiehlt, und welches Buch sie selbst noch schreiben möchte, erzählt sie in der Sendung.

 
Seit 30 Jahren ein Klassiker für jeden Einsteiger © GartenRadio.fm


Maria-Mail Brandts Klassiker-Tipps:


Seit 30 Jahren ein Einsteigerbuch für Anfänger: Marie-Luise Kreuter - Der Biogarten.
Von Karl Foerster kann man getrost alles lesen. Nur ein Beispiel: Reise doch, Bleibe doch.
Ein unterhaltsamer Klassiker: Karel Capek: Das Jahr des Gärtners.
Ein Gartenroman für große Gefühle: Nachts, wenn der Garten blüht, E.L Swann


Maria-Mail Brandts Auswahl aus den bisher erschienen Gartenbüchern 2016:

Frauke Hohberer, Rita Lüder: Selfie mit Löwenzahn.
Heike Boomgarden: Essbare Stadt Andernach.
Astrid Ludwig: Einmal Gärtnern wie in Sissinghurst.
Matt James: Gestalten mit Pflanzen.