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Der Garten im Juni: Um die Hecke gedacht

Wie schneidet man eine Hecke und welche Hecken eignen sich für "Faule"? Warum werden Thujas nach dem Schnitt kahl und der Kirschlorbeer riesig. Nicht jede "grüne Wand“ ist eine Bereicherung für Gartenbesitzer und Natur.

Die erste Frage, die man klären sollte, wenn man sich für eine Hecke im Garten entscheidet, sollte sein: wieviel Platz habe ich? Und die Zweite : wie reagiert der Nachbar? Denn auch, wenn man den Abstand zum Nachbargarten einhält, könnte es Ärger geben, wenn Hecken so hoch werden, dass sie auch nebenan Schatten werfen, meint Petra Hennes, Gärtnerin und Diplomingenieurin der Landespflege in der Alexianer Klostergärtnerei. 

Die Eibe ist die ideale, immergrüne Hecke © GartenRadio.fm
Geschnitten oder am Stück?!

Im zweiten Schritt sollte man prüfen, ob man eine in Form geschnittene oder eine freiwachsende Hecke bevorzugt. Eine freiwachsende Hecke macht weniger Arbeit, braucht aber mehr Platz. Selbst, wenn man kleinbleibende Sträucher nimmt, sollte man 1,50 m Breite einplanen. Eine geschnittene Hecke kommt mit etwas weniger Platz aus, muss aber bis zu dreimal im Jahr gekappt werden. 

Liguster ist nur in milden Wintern immergrün © GartenRadio.fm
Die Immergrünen

"Eigentlich gibt es da nur eine Pflanze, die naturnah und praktisch ist und das ist die Eibe", meint Petra Hennes. Sie bietet Lebensraum und Futter für Vögel und nimmt den Schnitt nicht übel. Die Eibe ist zwar die teuerste Pflanze in der Anschaffung, gerade weil sie so langsam wächst, aber dafür hat man auch jahrzehntelang Freude an ihr und - für eine geschnittene Hecke - relativ wenig Arbeit. 

Thujas verholzen, wenn man sie stark schneidet © GartenRadio.fm

Von den viel beliebteren Thuja- oder Kirschlorbeer-Hecken hält Petra Hennes nichts. Thujas sind nur an den äußeren sechs Zentimetern grün. Wenn man sie kräftig zurückschneidet, verkahlen sie und es bleiben hässliche, braune Stellen. Für Vögel bieten Thujas oder auch die blauen Scheinzypressen keinerlei Futter oder Lebensraum. 

Kirschlorbeer wächst enorm und ist anfällig © GartenRadio.fm

Auch der Kirschlorbeer ist keine Alternative. Was vielen Gartenbesitzern attraktiv erscheint, erweist sich bald als Nachteil: sein schnelles Wachstum. Bis zu 1,50 Meter legt er pro Jahr zu. Das muss alles geschnitten und entsorgt werden. Dazu kommt, dass er sehr oft unter Krankheiten leidet. "Ich weiß nicht, wie viele Kunden mit einem Kirschlorbeerblatt in der Hand in unsere Gärtnerei kommen und fragen, was er hat." sagt Petra Hennes. Denn dadurch, dass Kirschlorbeer mittlerweile so weit verbreitet ist, können sich Krankheiten rasend schnell verbreiten.

Die Blätter der Hainbuche werden im Winter braun, liefern aber trotzdem Sichtschutz © GartenRadio.fm
Die Halbimmergrünen

Der Liguster ist eine empfehlenswerte, naturnahe Hecke, die geschnitten werden kann und in milden Wintern die Blätter behält, meint Petra Hennes. Nur in strengen Wintern verliert er das Laub. Und die Blätter der Hainbuche werden zwar im Winter braun, bleiben aber an den Zweigen und bieten einen Sichtschutz.


Freiwachsende Hecken aus Wildobst sind nicht nur okolögisch wertvoll, sondern auch preiswert © GartenRadio.fm


Freiwachsende Hecken


Freiwachsende Hecken gibt es für große und kleine Gärten. Man kann blühende Hecken pflanzen, Wildobst- und Obststräucher. Wildrose, roter Hartriegel, Haselnuss, wolliger Schneeball, Traubenkirsche oder Wildapfel sind nur einige Beispiele. Und alles, was Blüten, Beeren und Schutz bietet, ist nicht nur schön, sondern auch gut für die Fauna. Und natürlich für all diejenigen, die nicht dreimal im Jahr zur Heckenschere greifen wollen. 

Heiligenkraut (Santolina) ist für Beeteinfassungen geeignet © GartenRadio.fm
Benjes Hecke

Wer sehr viel Platz und Zeit hat, kann sich eine Benjes Hecke anlegen. Benannt ist sie nach zwei Brüdern, die sich in den achtziger Jahren für naturnahe Hecken stark gemacht haben. Dabei wird zunächst ein Wall aus Totholz aufgeschichtet, und dann einige wenige Initial-Sträucher gepflanzt. Den Rest überlässt man den Vögeln, die die Samen anderer Sträucher verteilen. Dann wächst die Hecke mit den Jahren von ganz alleine, wird aber eher groß und ausladend.

Der "Hidcote-Blue" Lavendel ist eine kompakte Sorte für kleine Hecken © GartenRadio.fm
Beet-Hecken

Auch Beete lassen sich wunderbar mit kleinen Hecken einfassen. Wer zur geeigneten Sorte greift, hat nicht nur einen schönen Blickfang, sondern auch wenig Arbeit. Der Hidcote-Blue Lavendel zum Beispiel (Lavendula augustofolia) eignet sich besonders, weil er sehr klein und kompakt bleibt. Das Heiligenkraut (Santolina) oder auch Gräser, wie das Lampenputzergras, eigenen sich ebenfalls hervorragend und müssen nur wenig geschnitten werden.  

Petra Hennes liegen naturnahe Hecken am Herzen © GartenRadio.fm

Wie und wann man Hecken schneidet, womit man eine langsam wachsende Hecke schnell attraktiv gestaltet und was man beachten sollte, damit eine Hecke harmonisch wirkt - erklärt Petra Hennes in der Sendung.