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Die Drei von der Seerosenfarm

Nur eine Handvoll Betriebe beschäftigen sich in Deutschland mit der Seerosenzucht. Der wohl ungewöhnlichste darunter, ist die Seerosenfarm von Christian Zilinski-Meyer, seinem Mann Nik und seiner Oma Elli.

Elli Meyer hatte das Land, Christian die Idee und Nick packt mit an. Vor 17 Jahren hat die Geschichte mit den ersten Seerosen im brandenburgischen Rietz-Neuendorf begonnen. Auf dem Hof, auf dem Oma Elli aufgewachsen ist.

Die Black Princess versteckt sich gerne unter Blättern © GartenRadio.fm
Da, wo einst Petersilie und Kartoffeln im Acker gediehen, wiegen sich heute winterharte und tropische Seerosen (Nymphaea) in Wasserbecken und Bottichen. Und mittlerweile strecken sich auch Lotusblumen (Nelumbo) bis zu 1,50 Meter hoch dem Himmel entgegen.

Staude versus Platane


Es ist schon erstaunlich. Zwar sehen Seerosen und Lotusblumen ganz ähnlich aus, haben aber botanisch nichts miteinander zu tun. Seerosen gehören zu den Stauden, während die nächsten Verwandten des Lotus südafrikanische Proteen, Mohngewächse und sogar Platanen sind.

Christian Zilinsky-Meyer und seine Oma Elli Meyer, Nick war noch unterwegs © GartenRadio.fm
Göttliche Paten

Es ist kein Zufall, dass die Seerosen ihren Gattungs-Namen Nymphaea der griechischen Mythologie verdanken. Es war die Liebe, die das Schicksal einer Nymphe bestimmen sollte. In Herakles soll sie sich verliebt haben, doch der erwiderte die Zuneigung nicht. Die Nymphe starb an gebrochenem Herzen, doch die Götter hatten Mitleid und ließen sie auferstehen. Als schwimmende Blüte durfte sie sich für 3-4 Tage zeigen, dann musste sie wieder hinabtauchen ins stille Nass. Auch die Blüten der Seerose überstehen nur wenige Tage, bevor sie wieder versinken.

Bis zu 1,50 ragen Lotusblüten in den Himmel © GartenRadio.fm
In anmutigem Weiß erstrahlten die Seerosen zur Zeit der alten Griechen, jedenfalls in hiesigen Teichen und Tümpeln, denn Weiß ist die Farbe der europäischen Wildform.

Das Geheimnis der perfekten Blüte


Heute ist die Welt der „schwimmenden Nymphen“ bunter. Seerosen blühen in Pink, Gelb oder Blau, manche schillern gleichzeitig in mehreren Farben, andere wechseln sie im Laufe der Blühphase.

Pink ist eine klassische Farbe für Seerosen © GartenRadio.fm
Einem Franzosen war es Ende des 19. Jahrhunderts gelungen, die heimischen weißen Seerosen mit bunten, tropischen Sorten zu kreuzen.
 
Er hieß Joseph Bory Latour-Marliac und gründete 1875 die erste Seerosengärtnerei der Welt. Seine Seerosen lösten Begeisterung aus – bei Gartenliebhabern und Künstlern. Bis heute lassen die Seerosen-Bilder von Claude Monet die Faszination spüren.

Allerdings machte die Züchtung neuer Seerosen mit dem Tod von Latour-Marliac erst einmal Pause. Denn das Verfahren ist kompliziert und der Tüftler hatte sein Wissen mit ins Grab genommen. Erst nach und nach entschlüsselte man das Prinzip.

 Oma Elli's Strümpfe halten die Samenkapseln der Lotuspflanzen zusammen © GartenRadio.fm
Nur eine Handvoll Züchter

Black Princess, Baroness Orcy oder einfach nur Wow – so heißen Seerosen-Sorten, die man heute bei Christian Zilinski-Meyer kaufen kann. 

Um die Schnecken kümmern sich die Laufenten © GartenRadio.fm
Rund 200 Sorten hat er im Sortiment. Gelb-Orange, Pink in allen Schattierungen, blaue Schönheiten, Sorten, die die Tiefe eines Teichs brauchen und andere, denen ein Fass auf dem Balkon reicht. Von April bis September kann man sie in Rietz-Neuendorf in der Mark Brandenburg bestaunen und ihn, Oma Elli und Ehemann Nik besuchen. 

Mutterpflanzen für die Zucht © GartenRadio.fm
Immer sonntags, wenn Christian und Nik auf dem Hof sind, kann man die Drei gemeinsam antreffen. Während der Woche hält Oma Elli die Stellung, denn Nik und Christian betreiben die Seerosenfarm nur nebenberuflich.

Die fast 90jährige Elli Meyer kümmert sich täglich um die zarten Gewächse © GartenRadio.fm
Christian Zilinski-Meyer ist Marketingfachmann. Viele Jahre war er im Berliner Adlon beschäftigt. Mittlerweile ist er ins Regent gewechselt. Den Beruf will er nicht aufgeben, obwohl er längst von der Seerosenfarm leben könnte. Aber nur Seerosen züchten wäre ihm zu langweilig.

Von Groß-Rietz in die weite Welt

Nach ganz Europa versendet Zilinski-Meyer Seerosen und Lotuspflanzen, die man online bestellen kann. Schöner ist es, sich die Seerosen auf der Seerosenfarm selbst anzusehen. Das kann man in der Saison täglich, denn Oma Elli ist  immer vor Ort. Kaufen kann man die Seerosen nur Sonntags, wenn Christian und Nik da sind.

Der Lotuseffekt - Wasser perlt einfach ab © GartenRadio.fm
Was Seerosen und Lotusblumen so besonders macht, warum sie Starpotential haben, was man beim Pflanzen im eigenen Gartenteich oder Bottich beachten muss, und wie die Drei die Seerosenfarm gemeinsam wuppen - hören sie in der Sendung!

Kontakt:

Seerosenfarm
Schlehenweg
315848 Rietz-Neuendorf OT
Groß-Rietz
Mobil 0172-30 64 0 84 nach 18.00Uhr
An der Gärtnerei bei Oma Meyer 03366-22 355
www.Seerosenfarm.de
www.Lotusland.de