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Der Garten im März: Bücken

Sie sind schnellwüchsig, vermehrungswillig, hart im Nehmen und im Frühjahr unter den ersten, die mit voller Kraft voraus ins neue Gartenjahr starten - die Unkräuter. Deshalb ist jetzt der beste Zeitpunkt, um die Weichen für ein "kultiviertes" Gartenjahr zu stellen. 

"Schon der Begriff Unkraut ist ja Quatsch", meint Gärtnermeister Marco Büttgenbach. "Was soll das sein. Kraut ist Kraut. Das sind einfach nur Pflanzen, die wir an der Stelle nicht wollen, weil wir lieber möchten, dass andere Pflanzen wachsen. Wenn wir Erdbeeren ernten, wollen wir nicht in die Brennnesseln fassen, die daneben stehen. Wenn wir ein Staudenbeet mit Rittersporn und Margeriten angelegt haben, wollen wir nicht, dass der Giersch alles überwuchert, und der Salat bleibt auch kleiner, wenn er mit Beikräutern um Nährstoffe konkurrieren muss." 

Also muss man etwas tun, um das Gleichgewicht zwischen Unkraut und Kulturpflanze im Garten in den Griff zu bekommen. Verteufeln sollte man die Unkräuter keinesfalls, meint der Chef der Alexianer Klostergärtnerei in Köln Porz. 

Gundermann fühlt sich schon in der Märzsonne wohl © GartenRadio.fm
Nichts gegen Unkraut, aber....

Unbestritten hat jede Pflanze im Kreislauf der Natur ihren Platz. Viele Wildkräuter haben sogar Eigenschaften, die selbst geplagte Gärtner als positiv ansehen. Sie zeigen, wie es um den eigenen Boden bestellt ist, sie stärken, als Sud verarbeitet, die Kulturpflanzen im Garten. Selbst als Nahrungsmittel machen sie auf dem Teller eine gute Figur. Anschaulich nachzulesen ist das unter anderem in dem frisch erschienenen Buch "Die Unkräuter in meinem Garten".

Der Nutzen der Unkräuter ist auch nicht verwunderlich, denn sie sind vielfach die Urform unserer Zier- und Nutzpflanzen. Nur verfügen sie über einen wesentlich größeren Drang zum Wachstum.

Moos in Fugen - wunderschön, aber manch einem zu glitschig © GartenRadio.fm
Wer also nicht riskieren will, dass diese Überlebenskünstler alles überwuchern, oder den liebevoll gehegten Kulturpflanzen die Nährstoffe geradezu abgraben, der muss etwas tun.

Unkrautvernichter?  Mitnichten!


"Wer zu uns kommt, findet keinen Unkrautvernichter in den Regalen", sagt Gärtnermeister Büttgenbach. "Mit diesen Mitteln schädigt man auch andere Pflanzen und oft unterdrückt man damit nur einzelne Unkrautarten und das finden die anderen super und besetzen den freien Platz gleich wieder. Man schafft dadurch eher Unkraut-Monokulturen."

Der Giersch bildet unterirdische Wurzel-Netzwerke © GartenRadio.fm

Na dann nehme ich eben das alte Hausmittel, den Essig, um das Moos aus den Fugen zu beseitigen, mag sich manch findiger Hobbygärtner denken. Essig steht sogar auf unserem Speiseplan, da kann er für die Natur doch nicht gefährlich sein. Doch! Wer Essig im Beet verwendet, macht nicht nur unerwünschten Kräutern, sondern allen Pflanzen das Leben unmöglich. Da wächst erstmal gar nichts mehr.

Vorbeugen


Wer es dem Unkraut schwer machen will, sollte dafür sorgen, dass es nicht viel Platz hat und für eine dichte Bewachsung der Beete sorgen. Freie Flächen sind die ideale Spielwiese für Ackerwinde, Wegerich und Konsorten.

Unkraut beseitigen ist Handarbeit, meint Gärtnermeister Marco Büttgenbach © GartenRadio.fm
Wenn Gänseblümchen im Rasen stören, sollte man oft mähen und den Rasenschnitt liegenlassen. Der Rasen wird dicht und lässt dem Unkraut keine Chance.

Unkraut beseitigen

Wie man Unkraut effektiv in Schach hält, hängt davon ab, um welches es sich handelt. Pfahlwurzler, wie der Löwenzahn oder der Ackeschachtelhalm, verfügen, wie der Name schon verrät, über eine tiefe Wurzel, die man ausstechen muss.

Wurzelunkräuter, wie der Giersch oder die Brennessel, bilden unterirdisch geradezu Wurzelnetzwerke. Wer ein Beet neu anlegt, gräbt am besten um und entfernt jedes kleinste Wurzelwerk. In bepflanzten Beeten hilft nur jahrelange Geduld. Regelmäßig muss das oberirdische Grün entfernt werden. Am besten man beginnt sobald wie möglich im Frühjahr.

Gänseblümchen im Rasen kann man entfernen, muss man aber nicht © GartenRadio.fm
Die Verdränger, wie die Vogelmiere oder der gewöhnliche Gundermann, machen sich so breit sie können, und zwar so schnell, wie es geht, damit sie den Konkurrenten im Beet die Luft zum Atmen nehmen können. Jäten ist hier die Lösung. Der Schuffel leistet hier gute Dienste. 

Samenunkräuter, wie das Franzosenkraut oder Sauerklee-Arten, blühen fast das ganze Jahr und bilden zum Teil Millionen von Samen. Und sie sind geduldig. Sie können über Jahre im Boden auf ihre Chance zu keimen warten. Am besten hacken, wenn sie noch klein sind. 

Mit Fugenkratzern am Stil entfernt man Moos bequem im Stehen © GartenRadio.fm
Hacke - Schuffel - Ausstecher

Ein Hacke, ein Ausstecher und ein Schuffel - mehr braucht es eigentlich nicht, um Unkräuter im Griff zu halten. Ein Fugenkratzer für Wege und Terrassen tut auch seine Dienste. Auf die vielen Varianten elektrischer Geräte, wie Abflämmer, kann ein Hobbygärtner mit einem durchschnittlich großen Garten verzichten, meint der Gärtnermeister. Denn wenn eines zur Gartenarbeit dazugehört, dann ist das Bücken. 

Brennesseln sind wertvolle Pflanzen, können aber stören, wenn sie zu dicht an den Kulturpflanzen stehen © GartenRadio.fm
Warum Rindenmulch für Gärtnermeister Büttgenbach kein Mittel gegen Unkraut ist, wie man Unkräuter dauerhaft in Schach hält und was man tun kann, wenn einem das Unkraut über den Kopf wächst - hören Sie in der Sendung.