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Der Garten im Februar: Boden gutmachen

Mal ist er zu lehmig, mal zu sandig und dann hat er zu viele Tonanteile. Und seine "inneren Werte" sieht man ihm nicht an. Wer seinem Boden wirklich Gutes tun will, muss ein bisschen Detektiv spielen.

Der Boden ist die Basis allen Gärtnerns. Im Idealfall gibt er sich locker, verfügt über ausreichend Nährstoffe, speichert Wasser und lässt den Pflanzen Luft zum Atmen. Dabei sind die obersten 10 - 30 Zentimeter ausschlaggebend. Denn in dieser Schicht, dem Mutterboden, bringen die meisten Pflanzen ihre Feinwurzeln aus und versorgen sich mit allem, was sie brauchen. 

Gucken allein hilft nicht

Der Anblick allein gibt nicht zweifelsfrei Aufschluss darüber, welchen Boden man zur Verfügung hat. Zwar kann man sehen, ob er viele Sand- oder Tonanteile hat, oder ob er eher lehmig daher kommt, aber meistens haben wir eine Mischform in unseren Gärten.

Die "Wurstprobe" verrät schon einiges über die Bodenbeschaffenheit © GartenRadio.fm
Wurst oder Krümel?


Mehr Aufschluss bringt eine Bodenprobe, die man in die Hand nimmt und knetet. Lässt sich eine dünne "Boden-Wurst" ausrollen, verweist das auf tonigen Boden, also einen Boden, der zwar über viele Nährstoffe verfügt, aber einen Hang dazu hat, zu viel Wasser zu speichern und zu wenig Luft zu enthalten, sagt Dagmar Hauke, Gärtnermeisterin in der Alexianer Klostergärtnerei in Köln Porz. 

Bleibt die Erde krümelig, deutet das auf einen Lehmboden aus Ton, Sand und Schluff hin. Eine ausbaufähige Bodenform, in die man nicht mehr viel reinstecken muss, meint die Gärtnermeisterin. Der Lehmboden ist ein Allrounder, der für viele Pflanzenarten geeignet ist. Er kann gut Wasser halten und verfügt über ausreichend Nährstoffe, die er auch wieder abgeben kann.

Auf unbedecktem Boden bilden sich Algen © GartenRadio.fm
Die inneren Werte

Wer genauer wissen will, wie es um seinen Boden bestellt ist, kommt um eine Bodenprobe nicht herum. Wie hoch der Säure- bzw. Basisgehalt des Bodens ist, zeigt zum  Beispiel ein PH-Wert-Test, den man in der Apotheke oder in Gärtnereien kaufen und selbst durchführen kann. Die meisten unserer Gartenpflanzen fühlen sich bei einem PH-Wert zwischen 5,5 – 7 am wohlsten.

Detaillierte Informationen über Nährstoffe- und Humusanteile, über Stickstoff oder auch Schadstoffe im Boden, liefert eine professionelle Bodenanalyse. Die wird unter anderem von der LUFA, der Landwirtschaftlichen Untersuchungs- und Forschungsanstalt Nordrhein-Westfalen angeboten.  

Gelbsenf  liefert Gründüngung für den Boden und Nahrung für Insekten © GartenRadio.fm
Darf’s ein bisschen mehr sein?

Nach Angaben der LUFA-NRW wurden in den letzten 10 Jahren bei Bodenproben von über zwanzigtausend Gartenböden festgestellt, dass sie eher über-, als unterversorgt waren. Dreiviertel der Gemüsebeete waren sehr hoch mit Kalk versorgt und wiesen ungünstig hohe pH-Werte auf. Fast alle Gemüseflächen waren mit Phosphat sehr hoch versorgt. Optimal oder unterversorgt sind dagegen nur verhältnismäßig wenige Gartenböden.

Nur wer seinen Boden kennt und die Zeichen der Pflanzen lesen kann, kann auch richtig düngen. Und das ist wichtig! Denn zu viel Düngen geht nicht nur ins Geld, sondern schadet auch der Pflanze und dem Boden. Die Pflanze kann durch zu große Mengen Salze im Dünger vertrocknen und Stickstoff macht die Zellen so weich, dass sie anfällig für Schädlinge sind. Und im Boden reichert sich überschüssiger Dünger an. Wasserlösliche Nährstoffe, wie Kalium, Magnesium und Nitratstickstoff gelangen durch Niederschläge ins Grundwasser. 

Der Anblick allein verrät nicht viel über den Boden © GartenRadio.fm
Gründüngung und Kompost – Überdosis keine Gefahr

Wer Überdüngung vermeiden will, greift am besten zu dem Dünger, der auch am preiswertesten ist, zum Kompost. Allerdings ist ein guter Kompost auch keine einfache Angelegenheit. Der Kunst des Kompostierens werden wir uns in einer späteren Sendung widmen. 

Ebenfalls keine Gefahr besteht bei der Gründüngung. Die tut dem Boden sogar auf mehrere Weise gut. Sie bedeckt ihn zwischen Anbauphasen und im Winter. Dadurch hält sie die vorhandenen Nährstoffe im Boden, denn ein Auswaschen, wie bei unbedeckten Böden, wird verhindert. Außerdem werden dem Boden durch Gründüngung neue Nährstoffe zugeführt. 

Aber auch bei der Gründüngung sollte man wissen, was der Boden braucht, denn dann ist sie wirksamer. Klee, Lupine und Wicke verfügen beispielsweise über Knöllchenbakterien und bringen Stickstoff in den Boden. Lupinen tun außerdem etwas für die Struktur des Bodens. Mit ihren langen Wurzeln lockern sie harte Böden auf. Phacelia oder Gelbsenf sind mit ihren Blüten nicht nur Nährstofflieferant für den Boden, sondern auch Nahrung für Insekten.

Wer genau wissen will, was sein Boden braucht, sollte eine Bodenanalyse machen lassen, rät Gärtnermeisterin Dagmar Hauke  © GartenRadio.fm
Organischer Dünger versus Mineralischer Dünger

Gerade Hobby-Gärtnern, die sich nicht so gut auskennen, empfiehlt Dagmar Hauke, auf organischen Dünger, wie Hornmehl, Knochenmehl oder Traubenkernschrot zu setzen. Denn die organischen Dünger sind langanhaltende Dünger, die langsamer umgesetzt werden. Eine Überdüngung ist keine große Gefahr.

Mineralischer Dünger wie Blaukorn, Stickstoff, Phosphor, Kalium sind schwieriger zu dosieren. Sie wirken sofort und können der Pflanze schaden. Außerdem gibt es viele Wechselwirkungen, die der Laie nicht kennt. Pflanzen nehmen einige Stoffe leichter auf als andere. Wenn viel Stickstoff im Boden ist, nimmt ihn die Pflanze bevorzugt auf und lässt den Phosphor links liegen. Wenn zu viel Phosphor im Boden ist, werden weniger Calcium und Eisen aufgenommen, auch wenn sie theoretisch verfügbar wären. Eine komplizierte Sache!

Hier kann wieder eine Bodenanalyse helfen. Denn die Fachleute geben nicht nur Auskunft über die Zusammensetzung des Bodens, sondern auch über die geeigneten Düngemittel in der erforderlichen Menge.     

Finger weg vom Dünger?

Das geht leider auch nicht, meint die Gärtnermeisterin. Dafür entziehen wir dem Boden durch das Ernten von Gemüse oder das Abschneiden von Stauden zu viele Nährstoffe. Und bei unbedeckten Böden werden Nährstoffe ausgeschwemmt. Es lohnt sich also, sich mit dem Thema zu beschäftigen.

Lupinen wirken gleich zweifach gut. Sie liefern Stickstoff und lockern mit ihren langen Wurzeln den Boden auf © GartenRadio.fm
Zu welcher Jahreszeit sich Gründüngung lohnt, ob man mit dem Umgraben dem Bodes Gutes tut und was von Boden-Wunderhelfern wie Terra Petra zu halten ist – hören Sie in der Sendung.