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Der Garten im Juli: Beerenstark

Johannisbeere - Himbeere - Bergkiwi - von Anfängerbeeren und solchen, die eine starke Hand brauchen

Sie sind rund, bunt und gesund - die Beeren, die wir von Frühling bis Herbst ernten können und dabei haben sie etwas lässig Paradiesisches. Man muss gar nicht viel tun, damit sie wachsen, wenn man für Beet und Balkon die richtige Wahl trifft.

Johannisbeeren sind gut für Einsteiger © GartenRadio.fm
Johannisbeere – die Genügsame

Sie ist der bunteste Vogel unter den Beeren. Es gibt sie in den Farben Rot, Schwarz oder Weiß. Die schwarzen Johannisbeeren tragen am einjährigen Holz. Die weißen und roten an mehrjährigen Trieben. Unabhängig von der Farbe, mögen Johannisbeeren lehmigen Boden und viel Sonne.

Sie sind absolute Anfängerpflanzen, meint Gärtnermeisterin Dagmar Hauke beim Rundgang durch die Alexianer Klostergärtnerei. Sie sind geeignet für Garten und Balkon. Es gibt sie als Busch, Säule oder Stämmchen. Dabei ist vor allem die Säulenjohannisbeere ein Hingucker, der sich auf allerkleinstem Raum wohlfühlt.

Gärtnermeisterin Dagmar Hauke © GartenRadio.fm
Himbeere – die aromatische Wandrerin

Himbeeren sind geeignet für Balkon und Garten. Sie zeichnen sich allerdings in Kübel und im Beet durch lebhafte Wanderlust aus. Mit ihren Trieben versucht sie, neues Terrain zu erobern. Man muss sie ein wenig im Zaum halten. 

Man unterscheidet Sommer- und Herbsthimbeere. Einfacher ist der Umgang mit der Herbsthimbeere. Die wird nach der Ernte bodentief abgeschnitten, wer mag, kann das sogar mit dem Rasenmäher erledigen. Sommerhimbeeren hingegen wachsen am einjährigen Trieb. Beim Schneiden nach der Ernte sollte man darauf achten, nicht die neuen Triebe abzuschneiden, die im nächsten Jahr die Früchte tragen. 

Brombeeren breiten sich gerne aus © GartenRadio.fm
Brombeere - braucht eine starke Hand

Wer jemals an verwilderten Grundstücken mit undurchdringlichem Brombeergestrüpp vorbeigekommen ist, hat einen Eindruck davon bekommen, wie vital sich Brombeeren ihren Lebensraum erobern, wenn man sie lässt. Für den Garten hat man mittlerweile "domestizierte" Sorten entwickelt, zum Beispiel stehende Sorten, die nicht mehr über die stark überhängenden Triebe der alten Sorten verfügen. 

Dagmar Hauke empfiehlt aber, auch die stehenden Sorten an einem Spalier im Zaum zu halten und nicht wuchern zu lassen. Für den Balkon sind sie nicht geeignet.

Stachelbeeren sind heute resistenter gegen Mehltau © GartenRadio.fm
Stachelbeere – die Verschmähte

Die Stachelbeere wird immer seltener im Garten und auf dem Balkon. Zum einen wächst sie langsam, zum anderen haben viele Gärtner sie aus Angst vor Mehltau verbannt. Dabei gibt es heute neue Sorten, die weit weniger Mehltau anfällig sind. Dagmar Hauke rät, auf Sorten zu achten, die ein „Re“ im Namen tragen, wie zum Beispiel die Redeva, denn das ist ein Hinweis für besondere Mehltau Resistenz. 

Stachelbeeren eignen sich für Garten und Balkon. Der Topf sollte allerdings über 20 - 30 Liter verfügen.
  Rokula ist eine der roten Stachelbeersorten © GartenRadio.fm
Blaubeere  -  sauer macht lustig

Blaubeeren bzw. Heidelbeeren brauchen sauren Boden. In "normalem" Gartenboden fühlen sie sich nicht wohl. Mit Moorbeet- oder Rhododendronerde  - beides ist auch torffrei zu haben - kann man der Blaubeere den Boden bieten, den sie braucht.

Sie fühlt sich im Kübel wohl. Auch hier ist ein Gefäß von 20 - 30 Liter angebracht.

Heidelbeeren mögen sauren Boden © GartenRadio.fm
Jostabeere – die Voluminöse

Die Josta- oder Jochelbeere ist eine Kreuzung zwischen Johannisbeere und Stachelbeere. Man wollte Früchte, die so schmecken, wie die der Johannisbeere, aber so groß sind, wie die der Stachelbeere. Beides ist gelungen. Aber nicht nur die Früchte, auch der Strauch wächst zu stattlicher Größe und kann bis zu 4 Meter Raum einnehmen.

Nichts für den Balkon und kleine Gärten.

Die Bergkiwi ist im Herbst erntereif © GartenRadio.fm
Bergkiwi – die Exotische

Die Bergkiwi hat es Dagmar Hauke besonders angetan. Sie hat der Stachelbeere ähnliche, große längliche Früchte und schmeckt einen Tick mehr nach Stachelbeere, als nach Kiwi. Es ist eine robuste Frucht, die mittlerweile auch selbstbefruchtend zu haben ist. Die Früchte reifen im Oktober und gehören somit zu den letzten Beeren, die man sich im ausgehenden Gartenjahr schmecken lassen kann.

Sie ist rankend und fühlt sich im Garten an der Hauswand oder im 20 - 30 Liter Kübel an einem Rankgitter wohl.
Auch Sanddorn eignet sich für den Hausgarten © GartenRadio.fm

Felsenbirne und Kornelkirsche - die Vergessenen

Die Felsenbirne wird von vielen gar nicht als Obststrauch wahrgenommen. Dabei zieht Dagmar Hauke die Beeren der Felsenbirne sogar den Blaubeeren vor, weil sie ein leichtes Marzipan-Aroma besitzen.

Die Kornelkirsche ist der absolute Geheimtipp der Gärtnermeisterin. Sie blüht üppig im Frühjahr und ist nützliches Bienenfutter. Die roten Früchte sehen nicht nur aus wie Kirschen, sie schmecken auch so ähnlich. Der Strauch kann zwar groß werden, kann aber problemlos geschnitten werden. 


Die Kornelkirsche ist eine Bereicherung für Menschen und Biene © GartenRadio.fm

Der Erden-Test - Teil 2

Wie wichtig die richtige Erde für das Wohl der Pflanze ist, schauen wir uns über den Sommer in einem Praxistest an. Anfang Juni haben wir vier Husarenknöpfchen (Sanvitalia) in einen Topf mit Erde gesetzt. Jeweils eine Pflanze in Balkonerde, Blumenerde, Bio-Tomaten- und Gemüseerde und Pflanzerde.

Alle vier Töpfe verbringen den Sommer unter gleichen Bedingungen. An demselben Standort mit dem gleichen Gießverhalten. Wir beobachten, ob sie unterschiedlich gut gedeihen, wie sie blühen und ob sie mehr oder weniger Probleme mit Krankheiten oder Schädlingen bekommen. 

Jetzt, Anfang Juli, ist nach vier Wochen noch kaum ein Unterschied festzustellen. Noch sind alle Pflanzen gut versorgt, wachsen und fühlen sich wohl. Das hatte Marco Büttgenbach, der Leiter der Alexianer Klostergärtnerei, auch erwartet. Er glaubt aber, die ersten Unterschiede werden im nächsten Monat sichtbar.

Vier Wochen später´: von links nach rechts: Husarenknöpfchen in Balkonerde, Blumenerde, Bioerde und Pflanzerde  © GartenRadio.fm
Wie man Himbeeren am Wandern hindert, was von Brombeeren ohne Dornen zu halten ist und warum die Begeisterung für die Goji-Beere wieder abgeebbt ist - hören Sie in der Sendung.