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Wasserpflanzen - Kühles Nass für heiße Tage

Sie heißen Froschlöffel, Wasserschwaden und Freischwimmer und sorgen für Sommerfrische im Garten und auf dem Balkon – manche kann man sogar essen.

Es ist Sommer, und zwar richtig. Glücklich, wer einen Teich sein Eigen nett. Schon der Anblick von Wasser verleiht eine gewisse Frische. Das gilt auch für eine kleine Wasserlandschaft auf dem Balkon oder der Terrasse. Und über das kühle Nass freut sich nicht nur der Mensch. Auch Vögel und Insekten brauchen, gerade in diesem Sommer, Wasserstellen zum Anfliegen. 

Die Zwergbinse (Juncus ensifolius) eignet sich für den Teichrand © GartenRadio.fm


Der Teich – Die Vielfalt macht’s im „Zonenrandgebiet“

Der Teich hat idealerweise drei bis vier unterschiedlich tiefe Zonen. Am interessantesten für die naturnahe Gestaltung ist das „Zonenrandgebiet“, die flachste Zone von 0-15 Zentimeter Tiefe. Hier hat man die meiste Auswahl an Stauden und Gräsern. Sie bilden den "Charakter" der Wasserlandschaft. 

DIe Kardinallobelie ist eine blühwillige Staude für den Teichrand © GartenRadio.fm


Gärtnermeister Yannik Weber, aus der Alexianer Klostergärtnerei in Köln Porz-Ensen empfiehlt niedrige Stauden und Gräser, die nicht stark wuchern. Dazu gehören Sumpfdotterblumen, Sumpfkalla, Froschlöffel oder Kardinallobelien, die als mehrjährige Stauden für Farbe sorgen. Dazu passen Gräser, wie der Wasserschwaden, die Zwergbinse, der Rohrkolben, ebenfalls als Zwergform, oder das Wollgras.

Tipp: Wer seine Wasserpflanzen in Pflanzkörbchen setzt, kann nicht nur wuchernde Exemplare in Schach halten, sondern kann den Teich auch leichter pflegen. Denn alle zwei Jahre sollte man die Pflanzen entfernen, gegebenenfalls teilen und neu einsetzen.

Die Sumpfdotterblume ist eine unerschütterliche Blüherin © GartenRadio.fm


Zone 2 – Der Platz für Immergrünes

In einer Wassertiefe von 15-50 Zentimeter sind Zinnkraut, Hechtkraut, Zebrasimse und Schachtelhalm die Empfehlung des Gärtnermeisters. Der Schachtelhalm hat lange, schöne Stile und gibt dem Teich Struktur. Und weil er immergrün ist, macht er auch im Winter Freude. Allerdings ist er ähnlich wuchsstark, wie sein „Verwandter vom Land“, der Ackerschachtelhalm. Deshalb sollte man ihn unbedingt in einen Pflanzkorb setzen.   

Schachtelhalm ist auch im Winter grün © GartenRadio.fm
Die Tiefe Zone – Freischwimmer und Abtaucher

In der tiefen Zone fühlen sich Seerosen und Lotusblumen wohl, die wir schon einmal in einer eigenen Folge behandelt haben. Praktisch sind Pflanzen, die auf der Oberfläche schwimmen, wie Muschelblumen oder Entengrütze.

Seerosen sind die Königinnen im Teich © GartenRadio.fm
Auf keinen Fall sollte man auf Unterwasserpflanzen verzichten, meint Yannik Weber, denn das sind die Pflanzen, die nicht nur die meisten Nährstoffe binden, sondern auch für einen hohen Sauerstoffgehalt sorgen, und damit für das Gleichgewicht im Teich. Der Tannenwedel gehört dazu, genauso wie Grasrasen (Crassula), Hornkraut, Wasserpest oder Krebsschere.

Im Sommer fühlen sich auch Wasserpflanzen über eine kühle Dusche oder ein paar Eiswürfel, weiß Alexianer-Gärtnermeister Yannik Weber © GartenRadio.fm
Wasserlandschaft im Bottich 

Platz ist in der kleinsten Schüssel, meint der Gärtnermeister. Zwanzig Zentimeter sollte sie aber mindestens tief sein. Das Material spielt keine Rolle. Die alte Emaille-Waschschüssel, die Holzkiste mit Folie ausgeschlagen oder ein Glasbehälter – alles ist geeignet. Einzige Einschränkung: die so beliebte Zinkbadewanne. Die kann man zwar auch nehmen, aber nur wenn sie schon länger in Gebrauch war. Eine frisch gekaufte Zinkwanne setzt Schwermetalle frei, die den Wasserpflanzen zu schaffen machen.

Pflanzen, Pflanzkorb und Lavasplit braucht man für eine kleine Wasserlandschaft auf dem Balkon  © GartenRadio.fm
Schüssel, Pflanzkörbchen und Lavasplit

Wer sich eine Mini-Wasserlandschaft für den Balkon zusammenstellen will, sollte die Pflanzen in einen Pflanzkorb setzen. Yannik Weber nimmt zum Einpflanzen Lavasplit, statt Wasserpflanzen-Erde. So bleibt das Wasser länger klar. Wer ganz auf das Einpflanzen verzichten will, kann auch für den Balkon auf „Freischwimmer“ setzen, zum Beispiel die Muschelblume, siehe Titelbild. 

Die Gauklerblume macht sich auch auf dem Balkon gut © GartenRadio.fm
Wasserpflanzen-Salat?!

Eine ganze Reihe von Wasserpflanzen ist genießbar. Einige, wie die Minze, eignen sich eher für Tee, andere, wie der Wasserspinat, oder der Sauerampfer, kann man in den Salat mischen. Zum Trend entwickelt sich gerade der Wasabi, dessen Knolle man reiben kann und dessen Blätter vielen Speisen asiatische Schärfe verleihen. 

Die Wasserminze (Menta Aquatica) schmeckt nach Pfeffer © GartenRadio.fm
Wie man einen Teich in Form hält, ob Fische in einen naturnahen Teich im Garten gehören und wie man vermeidet, dass Wasserlandschaften auf dem Balkon zum Mücken-Biotop werden – hören Sie in der Sendung.